Neuerscheinung: 30 Jahre Bundesgesetz über die Gleichstellung
Der anlässlich des Kolloquiums «30 Jahre Bundesgesetz über die Gleichstellung», das am 5. Februar 2026 an der Universität Genf organisiert wurde, erschienene Band spiegelt dreissig Jahre Erfahrung in der Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben wider. Er vereint Beiträge von Fachpersonen aus Wissenschaft, Anwaltschaft und Bundesverwaltung.
Nach einer Analyse der jüngsten Entwicklungen des Antidiskriminierungsrechts auf internationaler und europäischer Ebene befasst sich das Werk mit dem Einfluss von Rekrutierungstechnologien auf Einstellungspraktiken, insbesondere mit den Diskriminierungsrisiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Es beleuchtet die Diskriminierungsformen, die am häufigsten vor Gericht gebracht werden – wie Lohngleichheitsverletzungen, Kündigungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder sexuelle Belästigung – und lenkt zugleich die Aufmerksamkeit auf andere Erscheinungsformen, die trotz ihrer Verbreitung seltener gerichtlich angefochten werden, wie die ungleiche Aufgabenverteilung oder diskriminierende Arbeitsbedingungen.
Das Werk behandelt zudem verfahrensrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung des Gleichstellungsgesetzes, sowohl in privatrechtlichen als auch in öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnissen. Abschliessend zeigt es Perspektiven für gesetzgeberische Weiterentwicklungen auf und skizziert Reformansätze, insbesondere im Bereich der Kontrolle der Lohngleichheit sowie hinsichtlich eines ausdrücklichen Verbots von Diskriminierungen aufgrund der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung.
Der Band wird eingeleitet von Frau Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern, und von Herrn Bundesrat Beat Jans, Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Herausgegeben wird er von Anne-Sylvie Dupont und Karine Lempen, Professorinnen an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf und Co-Direktorinnen – zusammen mit ihrer Kollegin Stéphanie Dagron – des Berenstein-Zentrums für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.