- Settore
- Amministrazione, servizi pubblici
- Genere
- Donna
- Base legale
- Legge federale sulla parità dei sessi
- Parole chiave giuridiche
- Parità salariale
- Ambito
- Diritto pubblico
- Decisioni
- 2 Decisioni 2012 - 2013
- Decisione passata in giudicato
- sì
Disparità salariale tra giudici distrettuali con e senza formazione giuridica
DTF 139 I 161 del 22.04.2013 (ricorso di diritto pubblico)
Art. 8 cpv. 1 e 3 Cost - giudice distrettuale SG - conclusione degli studi di diritto quale criterio oggettivo pertinente per differenza di classe salariale
Nell'ambito di una riforma del settore giudiziario, una giudice é stata collocata in una classe inferiore rispetto ai giudici ordinari. Il TF ritiene che questa differenza si giustifichi perché la giudice in questione non dispone di una licenza o master di diritto e lavora unicamente quale giudice specializzata in diritto di famiglia. Rivendica la riclassificazione e arretrati per fr. 27'002.00 per il periodo giugno 2009-maggio 2011. Ricapitolazione della giurisprudenza in materia di disparità salariale ex art. 8 cpv. 1 Cost (consid. 5.3.1): il principio della parità di trattamento non è violato se differenze salariali si basano su motivi quali età, anzianità di servizio, esperienza, oneri famigliari, qualifiche, tipo e durata della formazione, tempo di lavoro, prestazioni, compiti o responsabilità. Il Tribunale federale interviene unicamente nei casi in cui i Cantoni applicano delle differenze insostenibili e quindi - nella maggior parte dei casi - arbitrari. Per motivi pratici inoltre, anche certi schematismi non violano il principio della parità, anche se in casi limite possono non essere adeguati. Nel caso in esame, la differenziazione si giustifica perché la giudice di famiglia non dispone di una formazione paragonabile (studi di diritto, anche se ha seguito diverse formazioni e corsi in diritto di famiglia) e non è in possesso del brevetto d'avvocato, con conseguente limitazione delle possibilità di impiego (polivalenza). In futuro, la nomina di giudici senza diploma universitario in diritto non sarà più possibile, per quelli già in funzione valgono norme transitorie. (consid. 5.3.2). Non vi è neppure discriminazione ai sensi dell'art. 8 cpv. 3 Cost, ritenuto che il collocamento in una classe di stipendio inferiore non si basa sul fatto che la giudice fosse una donna, ma perché non adempie ai requisiti di cui alla Legge sull'organizzazione giudiziaria applicabile (SG). (consid. 5.4). Pubblicazione della sentenza nel sito del Tribunale federale (www.bger.ch)
Categorie: Retribuzione, Solo sentenze principali, Settore pubblico vari, Motivi oggettivi, Giurista Origine: http://sentenzeparita.ch/2013/04/22/dtf-139-i-161-del-22-04-2013-ricorso-di-diritto-pubblico/
Sviluppo del procedimento
Das Verwaltungsgericht weist die Klage ab
Die Klägerin erfüllt die im Zuge der Reform ergangenen Anforderungen für ein Kreisrichteramt nicht, konnte aber aufgrund der Übergangsbestimmungen ein weiteres Mal gewählt werden. Es lässt sich aber aus dem Besoldungsgesetz ableiten, dass der Gesetzgeber nicht vorsah, übergangsrechtliche Kreisrichter/-innen gleich wie die übrigen Richter/-innen zu entlöhnen. Das Familienrecht macht nicht einmal einen Fünftel der Gesamtlast der Kreisgerichte aus. Da die Klägerin jedoch nur in diesem Bereich eingesetzt werden kann, schränkt sie die Flexibilität des Gerichts erheblich ein. Zudem kann sich die fehlende juristische Ausbildung auch bei ihrer Arbeit als Familienrichterin auswirken, insbesondere bei anspruchsvollen Rechtsfragen. Diese Einschränkungen rechtfertigt die tiefere Besoldung der Klägerin. Eine Verletzung von Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 GIG liegt nicht vor, da die Bestimmungen geschlechtsneutral formuliert sind und Männer in der gleichen Situation gleich behandelt würden.
Die Einstufung in die tiefere Lohnklasse war aufgrund der fehlenden juristischen Ausbildung gerechtfertigt. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen. Gleich entscheidet das Gericht auch im Fall K 2001/4, indem ebenfalls eine Kreisrichterin ohne juristische Ausbildung, jedoch mit leicht anderem Werdegang als die Klägerin im vorliegenden Fall, die Einstufung im Lohnsystem bemängelte.
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, K 2001/3 bzw. K 2001/4
Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab
Das Bundesgericht prüft, ob der Grundsatz der Rechtsgleichheit verletzt ist. Dies ist dann der Fall, wenn im öffentlichen Dienstrecht gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt wird. Das Gericht führt aus, dass es bei solchen Fragen eine gewisse Zurückhaltung übe. Es greife lediglich dann ein, wenn die Unterscheidungen der Löhne nicht vernünftig begründet werden können und damit geradezu willkürlich sind. Die absolvierte Ausbildung erachtet das Bundesgericht jedoch als sachgerechtes und objektives Kriterium für die unterschiedliche Lohneinstufung. Somit stützt das Bundesgericht den Entscheid der Vorinstanz, dass die Rechtsgleichheit nicht verletzt ist.
Wie bereits die Vorinstanz kommt das Bundesgericht zudem zum Schluss, dass auch keine Verletzung des Diskriminierungsverbotes nach Art. 8 Abs. 3 BV geltend gemacht werden kann. So sei die Beschwerdeführerin weder direkt noch indirekt diskriminiert worden. Der Lohnunterschied beruhe vielmehr darauf, dass sie die Anforderungen der neuen Anstellungsregelung nicht erfülle. Diese Regelung enthalte keine Unterscheidung nach Geschlecht und ziele auch indirekt nicht auf eine Diskriminierung ab.
Die Beschwerde wird abgewiesen und die Gerichtskosten von 2'000 Franken werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
Bundesgerichtsentscheid 8C_827/2012 vom 22. April 2013